AHGZ, Stuttgart Der folgende Artikel erschien
in der
AHGZ, Stuttgart,
28. März 2009
 
  vorherige Pressemeldung weitere Pressetexte nächste Pressemeldung

Wo Gäste gerne Suppe löffeln

Mit Herz und Seele: Obwohl das Suppengrün ein Selbstbedienungsrestaurant ist, serviert Chefin Angela Mössle-Klug immer wieder persönlich frisch zubereitete Suppen, Salate und Softdrinks
Foto: Gerhard Herr, Konstanz.
Autor: Sylvia Herr
Das Restaurant Suppengrün in der Konstanzer Fußgängerzone gehört zu den angesagtesten Locations der Stadt. Das Angebot an Suppen, Salaten, Getränken, Desserts und Gebäck kommt bei jungen und alten Gästen gut an. Das Konzept ist einfach, aber gut: Schnelligkeit, verbunden mit Servicebereitschaft, Qualität und moderater Preisgestaltung. Der Lohn: Ende 2008 wurde die Suppengrün-Gründerin Angela Mössle-Klug beim baden-württembergischen Landespreis für junge Unternehmen unter die zehn Besten gewählt.

Preis für junge Unternehmer

„Zwei Russische, ein Sizilianer und eine Tomate” ordert die elegant gekleidete Mittsechzigerin. Klingt wie ein Geheimcode, ist aber die routinierte Bestellung einer Stammkundin. Dahinter verbergen sich Russischer Nudeltopf, Sizilianischer Gemüsetopf und Tomatencremesuppe. „Zahlen müssen Sie heut' nur drei, Sie haben's Kärtle voll”, sagt Isa Gardel, die Servicekraft der ersten Stunde im Suppengrün, während sie die Take-away-Boxen in der Tragetasche verstaut. Bescheinigt das „Kärtle” den Verzehr von zwölf Suppen, ist Nummer 13 gratis.

Im Suppengrün werden biologische und regionale Produkte verwendet. Das Küchenteam kocht täglich bis zu 200 Liter Suppe und verarbeitet 20 Kilogramm Salat. Im Suppengrün löffeln Tag für Tag rund 370 Gäste die Suppe aus. Das Angebot wechselt wöchentlich und besteht aus 15 Salaten, acht Suppen, zwei Desserts und Kuchen. Die Suppen gibt es in Portionen von 0,25, 0,4 und 0,7 Liter. Brot und Wasser bekommen die Gäste gratis dazu. Für jede Suppe, die zwischen 18 und 21 Uhr verkauft wird, wandern bis zu 60 Cent in einen Spendentopf. Rund 16.000 Euro sammelte das Suppengrün-Team so für den Konstanzer Hospiz-Verein. Das Catering wird zur Abholung, zur Lieferung, mit Geschirr und mit Service angeboten. Wem die eigenen vier Wände zu eng sind, der kann das Suppengrün für eine private Party buchen. Mindestens 20 Gäste werden zwischen 19 und 24 Uhr nach den Wünschen des jeweiligen Gastgebers verwöhnt.

Dass Chefin Angela Mössle-Klug mit ihrem gesunden Fast-Food derartigen Erfolg haben würde, hat sie sich bei der Eröffnung im September 2004 nicht träumen lassen. Sie stammt aus einer Gastronomenfamilie, studierte aber Anglistik und Germanistik fürs Lehramt. Mössle-Klug gründete einen Sprachendienst und hatte diverse Lehraufträge, der große Erfolg blieb jedoch aus. Dafür wagte sie den Schritt in die Gastronomie. „Ich habe eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau gemacht, habe den Deutschen Wirtebrief erworben und war Restaurantleiterin in einem Hotel auf der Insel Reichenau”, erzählt die 50-Jährige.

Mit ihrem Ehemann Dieter Klug machte sie sich im Bereich der Qualitätssicherung selbstständig. Hoteliers engagierten die Beiden und erhielten eine Analyse ihres Betriebes. „Wir haben uns anonym eingemietet und erst nach zwei Tagen geoutet”, beschreibt Mössle-Klug das ungewöhnliche Konzept. „15 Jahre sind wir so durch die Lande getingelt”, erinnert sich Dieter Klug. „Irgendwann hatten wir keine Lust mehr, aus dem Koffer zu leben”, sagt Angela Mössle-Klug. Bei einer Reise durch die USA begeisterte sie das Konzept einer Soup-and-Salad-Bar-Kette so sehr, dass klar war: „Das ist es.” Nachdem sie in Konstanz die passenden Räume gefunden hatten, machten sie sich auf die Suche nach geeignetem Personal. Nicht per Annonce, sondern mit Plakaten an den Fensterscheiben begann die Suche. Die Bewerber rannten ihnen die Bude ein.

Ideen in den USA gesammelt

Das Team war schnell zusammengestellt, und die Töpfe wurden unter Feuer gesetzt. Seitdem sind fünf Jahre vergangen, und die Maxime heißt: Einer für Alle und Alle für Einen. Einmal im Monat gibt's das sonntägliche Meeting, bei dem die Chefs auch die betriebswirtschaftlichen Zahlen offen legen. „Unsere Mitarbeiter müssen doch wissen, wo wir stehen”, sagt Dieter Klug. Teamwork ohne Misstöne ist für ihn unabdingbar.

Sigismundstraße 19
78462 Konstanz
Deutschland

Telefon +49 7531 917100
Fax +49 7531 917101

Copyright © 2004-2010
by  SUPPENGRÜN
soup & salad BAR